Fachausweisfeier

Fachausweisfeier 2018

Begeistert und begeisternd 

58 Kandidaten und Kandidatinnen legten im Oktober 2018 ihre Eidgenössische Berufsprüfung für BereichsleiterIn Hotellerie – Hauswirtschaft erfolgreich ab und durften im Dezember 2018 ihre Fachausweise feierlich entgegennehmen.

 Von Stefan Kühnis

 

«Heute ist es so weit», sagte Helena Adams, Präsidentin der Qualitätssicherungskommission der Eidgenössischen Berufsprüfung für BereichsleiterIn Hotellerie – Hauswirtschaft. «Wir dürfen Ihnen den Fachausweis übergeben!» Damit eröffnete sie am 7. Dezember 2018 in Sursee die Fachausweisübergabe an die erfolgreichen Absolventen und Absolventinnen aus der Deutschschweiz. «Was mich besonders freut: unter den erfolgreichen Kandidatinnen sind auch fünf Repetentinnen, welche die Prüfung nun bestanden», sagte Helena Adams. «Sie haben sich nochmals motiviert und verdienen ein herzliches Bravo!»

 

Respekt, Stolz und Employability

Matthias Zürcher, Höhere Berufsbildung Strickhof, richtete einleitend ein Grusswort an die Absolventen und ihre Begleitungen. Er ging dabei auf drei Begriffe ein: Respekt, Stolz und Employability. «Ich unterstelle Ihnen, dass sie sich aus einer intrinsischen Motivation für diese Ausbildung entschieden», sagte Zürcher. «Das verdient Respekt. Ansonsten ist das aber auch okay, dann gratuliere ich Ihnen für Ihre Selbstlosigkeit. In der Prüfungsordnung stehen einige interessante Begriffe. Einer davon ist das berufsrelevante Wissen. Das steht exemplarisch für den Erfolg des Schweizer Berufsbildungssystems. Nicht alle Ausbildungen bieten berufsrelevantes Wissen, ihre aber auf jeden Fall. Sie können mit Stolz zurückblicken. Sie haben etwas erreicht und dürfen sich nun auch feiern lassen – aber nicht zu lange, denn es geht weiter. Es ist wie bei einem Fussballspiel, dort heisst es jeweils, nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Bewahren Sie sich das Interesse, die Neugier und das Engagement.»

 

Begeistern statt befehlen

Johannes Läderach, CEO der Läderach Gruppe, hielt ein begeisterndes Referat rund um das Rezept, wie man als Jungunternehmer Verantwortung übernehmen kann und dabei erfolgreich ist. Sein Referat hielt den Titel «Begeistern statt befehlen», was aber nur eines von sieben Rezepten ist, die Läderach den Absolventen und Absolventinnen mit auf den Weg geben wollte. Er führt das 1962 gegründete Schokoladen- und Konfektspezialitäten-Unternehmen in dritter Generation und arbeitete bereits während dem Gymnasium und während dem Studium aktiv im Betrieb mit. Im Jahr 2010 übernahm er in Deutschland die Stelle als Verkaufsleiter und später als Geschäftsleiter, seit März 2018 ist er CEO der Läderach Gruppe und übernahm dieses Amt von seinem Vater. «Ich habe in diesen Jahren viel gelernt», sagte er, «manchmal durch Fehler, manchmal durch schöne Erlebnisse. Was ich lernte kann ich in sieben Punkten zusammenfassen.»

 

  1. Ergänzen statt ersetzen

«Wenn Sie als junge Führungskraft in ein neues Team kommen, ist das natürlich eine Herausforderung», sagte Läderach. «Auch weil die Mitarbeitenden die Angst plagt, allenfalls ersetzt zu werden. Sagen Sie ihnen, dass Sie niemanden ersetzen wollen. Sagen Sie, dass Sie sich einbringen möchten und dass man sich gegenseitig ergänzen sollte. Das entspannt die Situation. Auch wenn Sie jemanden neu einstellen, suchen Sie Menschen, die das Team ergänzen können, anstatt dass Sie jemanden ersetzen.»

 

  1. Begeistern statt befehlen

Johannes Läderach erzählte auch von seinen Erfahrungen, dass die Menschen keinen Chef möchten, sondern einen Kümmerer, Sinnvermittler, Organisator und Motivator. Also solle man weniger befehlen, sondern mehr begeistern. «Die Menschen müssen einen Sinn hinter ihrer Aufgabe erkennen», sagte er. «Also reden Sie mehr über den Sinn als über die Aufgabe und setzen Sie die Menschen für Aufgaben ein, die sie gerne machen. Die meisten tun das gerne, was sie gut können. Finden Sie heraus, wo welche Mitarbeitende ihre Fähigkeiten haben.»

 

  1. Anpacken statt abwarten

«Es gibt Situationen, in denen man auf Widerstände und Situationen trifft», sagte Läderach. «Zu viele Führungskräfte warten dann ab. Aber Mitarbeitende wollen Chefs, die anpacken statt abwarten und schwierige Herausforderungen angehen. Wenn Sie erkannt haben, was richtig ist, dann tun Sie es sofort.»

 

  1. Da sein statt Chef sein

«Mein Vater nannte das ‘Management by walking around’. Überlegen Sie sich, wie viel Zeit Sie für Mails, Präsentationen und Excel-Tabellen aufwenden und wie viel Zeit für und mit Mitarbeitenden. Sobald ich mich weniger als 50 Prozent mit den Mitarbeitenden beschäftige, ändere ich etwas. Die Wahrheit ist immer draussen bei den Mitarbeitenden, in den Läden, in der Produktion. Man lernt so viel dort draussen», sagte er.

 

  1. Schweigen statt streiten

«Natürlich gilt das nicht immer, aber wenn man merkt, dass es in Diskussionen oder Sitzungen keine neuen Argumente gibt und es nicht um die Sache geht, sondern um Emotionen, dann sollte man das nicht eskalieren lassen, sondern es auf den nächsten Tag verschieben. Auch wenn man Recht hat, kann man erst einmal schweigen», sagte Läderach.

 

  1. Fragen statt tadeln

«Feedback ist konstruktive Kritik. Das ist nicht immer einfach. Einfacher ist es aber, wenn man über Fragen kritisiert. Dann kann man gemeinsam reflektieren und die Mitarbeitenden nennen als Antworten oft genau die Punkte, die ich selber auch angesprochen hätte. Kritik wird so viel besser angenommen. Und: wenn Sie mit einer Kritik für einmal falsch lagen, ist es viel weniger peinlich, wenn Sie nur gefragt anstatt getadelt hatten.»

 

  1. Geben statt nehmen

«Das kann man finanziell sehen, aber auch hinsichtlich der Zeit, der Liebe und anderem. Es lohnt sich, Gutes zu tun. Man bekommt so viel mehr zurück. Wenn Sie Mitarbeitende haben, die nicht viel reden, die alleine sind, die nicht gut ankommen, dann reden Sie mit ihnen. Daraus kommt so viel Glück. Wir erwarten in der Regel von anderen mehr als wir selber können. Hohe Erwartungen zu haben fällt unter ‘Nehmen’.»

«Das sind sieben Werte, die mir als junge Führungskraft wichtig sind», sagte Johannes Läderach. «Ich habe Ihnen diese sieben Bälle nun zugespielt. Nehmen Sie einen oder mehrere davon und spielen Sie weiter. Ich wünsche Ihnen, dass sie begeistert und begeisternd durch das Leben gehen können!»

 

 

 

 

Die Mutter der Prüfung

Nach seinem fesselnden Vortrag erntete Johannes Läderach fast so viel Applaus wie die Absolventinnen und Absolventen später bei der Fachausweisübergabe. Und wie Regula Pfeifer, Mitglied der Qualitätssicherungskommission und Vertreterin der Romandie, «die Mutter dieser Prüfung», wie Helena Adams sie nannte. «Ohne Regula Peifer gäbe es diese Prüfung nicht. Heute ist sie zum letzten Mal dabei. Herzlichen Dank!» Weit über 1000 Absolventen und Absolventinnen erlebte Regula Pfeifer während dieser Zeit. Sie sagte: «Ich bin dankbar, dass ich mit Experten arbeiten durfte, die mitdachten und diese Wissensprüfung in eine Kompetenzprüfung umwandelten. Ich hatte Glück. Und glückliche Menschen werden noch glücklicher, wenn sie älter werden.»

 

 

Die Fachausweisübergabe

«Es war ein ausgeprägt erfolgreiches Jahr», sagte Helena Adams. «Es gab mehrere Einzelleistungen mit der Note 6 und 17 Absolventen erreichten eine Gesamtnote von 5 oder mehr. Die beste war Michaela Kohler mit einer 5,8!» Michaela Kohler wurde ganz besonders geehrt, auch mit einer Prüfungsprämie, bevor alle erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen ihren Fachausweis und ein Schokoladenherz aus der Hand von Johannes Läderach erhielten.

Übrigens: für die musikalische Einstimmung und Begleitung sorgte das Duo Urs und Cécile, die auf ein Honorar verzichteten und stattdessen die Kinderhilfe für Haiti «Hope for Haitis Kids» unterstützten, das noch immer unter den Folgen von Naturkatastrophen und politischen Wirren leidet.

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Übergabe der Fachausweise

(Hier werden nur diejenigen Namen veröffentlicht, welche bei der Anmeldung zur Prüfung ihr Einverständnis zur Veröffentlichung gaben)

Elif Abaci (Zürich ZH)

Pavica Bajusic (Döttingen AG)

Beatrice Binggeli (Burgdorf BE)

Dominik Biollay (Amriswil TG)

Sarah Maria Bislin (Wangs SG)

Elisabeth Blanchet (Hedingen ZH)

Claudia Bott Motavallizadeh (Zürich ZH)

Monika Burkart (Rothenburg LU)

Nathalie Burkart (Winterthur ZH)

Luzia Bürli (Fischbach LU)

Alina Clavadetscher (Münchenstein BL)

Zvjezdana Djukanovic (Zürich ZH)

Andrea Dudli (Niederglatt SG)

Hyrmete Elshani (Suhr AG)

Denise Fässler (Goldau SZ)

Yvonne Fischer (Sempach LU)

Daniela Forster (Wittenbach SG)

Silvia Garius (Belp BE)

Karin Gilgen (Ramlinsburg BL)

Nadja Goldin (Niederuzwil SG)

Geneviève Güntert (Kaltenbach TG)

Irene Hasler (St. Moritz GR)

Kathrin Hollenstein (Wil SG)

Nadine Inauen (Teufen AR)

Michelle Jordi (Muhen AG)

Melanie Kaufmann (Ostermundigen BE)

Stefan Knecht (Grüningen ZH)

Yvonne Knupp (Häggenschwil SG)

Michaela Kohler (Urtenen-Schönbühl BE)

Suzane Krasniqi (St. Gallen SG)

Monika Leumann(Uetendorf BE)

Vanessa Lory (Bremgarten BE)

Monika Lüscher (Reinach AG)

Julia Meyer (Richterswil ZH)

Fabienne Orllati-Hug (St. Gallen SG)

Martina Reist (Weesen SG)

Christine Riedwyl (Uetendorf BE)

Katja Roos (Langnau a.A. ZH)

Stefanie Désirée Roth (Wichtrach BE)

Selina Rüegg (Widnau SG)

Isabelle Scherrer (Uznach SG)

Rahel Scheuss (Waldstatt AR)

Denise Schmidmaier (Lenzburg AG)

Anita Schneider (Niederbipp BE)

Sarah Schnell (Adligenswil)

Patricia Staub (Wangen b. Olten SO)

Stephanie Tschümperlin (Zürich ZH)

Stefan Uehli (Valens SG)

Claudia Ungur-Jenni (Horgen ZH)

Ursina Vollenweider (Hauptikon ZH)

Patricia Wenk (Abtwil SG)

Sandra Wigger (Stansstad NW)

Sina Wildhaber (Mels SG)

Jasmin Zellweger (Herisau AR

Prüfungssekretariat
Helene Karrer-Davaz
Tödistrasse 3
8304 Wallisellen

Secrétariat d’examen
Cornelia Seipelt
rue Neuve 25
2613 Villeret

Segretariato d’esame
Madeleine D’Aloia
Casella postale 1033
6850 Mendrisio

Präsidentin QSK
Helena Adams
Stutzstrasse 5
3114 Wichtrach/BE

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