Fachausweisfeier

Fachausweisfeier 2017

Fachausweis-Übergabe BereichsleiterIn Hotellerie-Hauswirtschaft

 

«Die vermehrte Wertschätzung für eine

wichtige Kaderstelle wäre erwünscht»

 

In den drei Regionen der Schweiz haben 78 Kandidatinnen und Kandidaten die Berufsprüfung BereichleiterIn Hotellerie-Hauswirtschaft bestanden. Im Campus Sursee erhielten die Erfolgreichen den eidgenössischen Fachausweis.

 

Allein in der Deutschschweiz sind 80 Personen angetreten und 64 haben bestanden. Ein Anteil also von 80 Prozent, welche die Prüfungen mit Erfolg absolviert haben. Die Präsidentin der Qualitätssicherungskommission, Helena Adams, begrüsste an der Feier in Sursee die zahlreichen Gäste sowie die angehenden Bereichleiterinnen und -leiter. Die diesjährigen Fachausweise werden mit einem internationalen Zusatzdiplom abgegeben, um dem Kaderabschluss auch im Ausland zur Akzeptanz zu verhelfen.

Das Grusswort an die Adresse der neu gekürten Bereichsleiterinnen sprach der Rektor des Berufs- und Weiterbildungszentrum für Gesundheits- und Sozialberufe St.Gallen (BZGS), Andreas Weh, und gratulierte den Anwesenden für ihren Einsatz. Dazwischen sorgte der Multimusiker, Alphornist und Rhythmuskünstler Enrico Lenzin für musikalische Stimmung. Der Rapper Bligg meinte zu Lenzin: «Kreativ, traditionsgemäss, innovativ, überraschend», ein Diktum, das den Musiker bestens charakterisiert.

 

Hotel-Testen «kein Luxusleben»

Mit einem wichtigen und zentralen Thema im Bereich Hauswirtschaft und Hotellerie befasste sich der Publizist und Hoteltester Hans R. Amrein, nämlich mit der Wertschätzung dieses engagierten Personals. Sie seien nahe den Gästen und Patienten und Betreuenden und erfahren kaum Lob für ihre humanen Dienstleistungen, die am Schluss dann noch schlecht bezahlt werden. Der promovierte Luzerner Amrein studierte Musikwissenschaft und Geschichte, arbeitete als Korrespondent im Ausland, war auch Chefredaktor der Fachzeitschrift «Hotelier» und frequentierte als Tester viele Hotels.

Er wies daraufhin, dass man sich über seinen Beruf keine falschen Vorstellungen machen sollte, und meinen, dass er in Hotels nur das «dolce vita» geniessen würde; das sei harte Arbeit. Übrigens wüssten die meisten nicht, dass zwei Drittel der Grundbedürfnisse von Hotelgästen durch das Personal der Hauswirtschaft geleistet wird; und bei Umfragen über die Qualität von Hotels und Herbergen zu 70 Prozent die Sauberkeit als wichtigstes Kriterium genannt werde, wie Hans R. Amrein im Referat ausführte.

 

«Schlechtes Image» eliminieren

Während einzelne Hoteliers oder das Hotelmanagement eine Sterne-Ideologie verfolgten, seien die erfolgreichen Gastgeber bei denjenigen zu finden, die 4-Sterne-Qualitätsleistungen in ihren 3-Sterne-Etablissement bieten würden. Dabei spiele der Housekeeping-Bereich immer eine entscheidende Rolle. Die Hauswirtschaft habe im allgemeinen ein «schlechtes Image», weil das dienstfertige Personal wie Zimmermädchen usw. nicht ernst genommen werden. Selbst Hoteliers, so Amrein, würden den hauswirtschaftlichen Dienstleistungen zu wenig Aufmerksamkeit widmen. Insgesamt des Testers Verdikt: «Die Hoteliers schätzen die Hauswirtschaft viel zu wenig»; dies ebenfalls ein Problem der Hotelkader.

 

Todsünden gegenüber Housekeeping

In vielen Schweizer Hotels sei es leider eine Tatsache: Der Bereich Housekeeping werde oft sträflich vernachlässigt. Der Hotelier kümmere sich zwar persönlich um Service, Gastronomie, Spa, Garten und Design; doch «die Hauswirtschaft ist ihm egal». Zwar notwendig, aber ein Nebenschauplatz. Das darf nicht sein, findet die Housekeeping-Expertin Pia Funcke und verweist auf die zehn «Todsünden» der Hoteliers.

Der mangelnde Informationsfluss von der Hauswirtschaft zum Gast funktioniere oft nicht. Die mangelnde Ordnung während der Arbeit führt zu Zeitverlust; und die fehlende Schulung des Housekeepingpersonals; mit Kursbesuch und Workshops könne diese behoben werden, meinte Hans A. Amrein. Auch Hoteliers seien der Meinung: «Putzen könne jeder oder jede.»

 

Im Schnellverfahren eingestellt

Oft reiche dem Hotelier das Wissen, dass die neue Housekeeping-Person (sprich Zimmermädchen) «etwas Erfahrung» mitbringt. Als Lösung brauche es einen Fragekatalog für die Bewerber und diese sollten auch Probearbeiten ausführen. So wie im ganzen Hotel, «gilt auch auf der Etage: Sie sollten die richtigen und passenden Mitarbeitenden haben».

Zu hohe Material- und Produktkosten sind ein weiteres Problem: Es seien zu viele verschiedene Reinigungsmittel und Materialien im Einsatz, viele Reinigungsmaschinen stehen unproduktiv in den Lagern, so Hans R. Amrein. Die Mitarbeitenden seien oft in den Randstunden unproduktiv. Und zu hohe Waschkosten und ein grosser Wäscheverschleiss könne nur duch Instruierung des Personals verhindert werden. Javel-Einsatz ist verboten.

 

Mehr Engagement des Hoteliers

Oft wüssten die Housekeeping-Mitarbeitenden nicht genau, wie sie sich am Morgen beim Betreten eines Gästezimmers verhalten müssen. Das genaue Vorgehen, vor allem den Zeitpunkt und die Vorgehensweise sollen auch sprachlich geübt werden. Insgesamt sei das Housekeeping ein Stiefkind in der Hotellerie. Der Hotelier sei schon zufrieden, wenn die Gäste nicht reklamieren und es den Housekeeping-Mitarbeitenden gelingt, das Tagesziel zu erreichen. Mehr Engagement des Hoteliers sei hier gefragt, meint der Hoteltester abschliessend.

 

Fotoshooting und Apéro

Nach weiteren musikalischen Einlagen wurden die Fachausweise der erfolgreichen Absolventen der Berufsprüfung feierlich übergeben; diese Verteilung nahmen Helena Adams und Helene Karrer-Davaz vom Prüfungssekretariat vor. Die besten Prüfungen mit der Note 5,6 absolvierten Brigitte Bauer und Roger Grimm und wurden gebührend mit Applaus gefeiert. Der obligate Apéro-Riche und die Fotoaufnahmen bildeten den Schlusspunkt dieser Feier in Sursee.

 

Eugen Rieser, Redaktion «rationell reinigen + Mop Schweiz»

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Prüfung 2017 Bereichsleiter/in Hotellerie-Hauswirtschaft mit Erfolg bestanden. (Nur mit Einverständnis veröffentlicht)

(Hier werden nur die Namen veröffentlicht, welche bei der Anmeldung zur Prüfung ihr Einverständnis zur Veröffentlichung gaben)

Die erfolgreichen Prüflinge: Jasmin Abegglen (Bönigen BE), Jessica Abreu (Sursee), Angela Alt (Lostorf), Jeanette Annen (Zürich), Regula Badertscher (Biglen), Brigitte Bauer (Bauma), Janine Binggeli (Ennetbühl), Berna Bolz (Frauenfeld), Chantal Bussard (Schwyz), Doris Fäh (Bütschwil), Zélia Fonseca (Fahrweid), Stefanie Fritschi (Bubikon), Michelle Fritschi (Stadel), Anja Alexandra Geissbühler (Bern), Jennifer Graf (Bretzwil), Roger Grimm (Heimberg), Sonja Hauser (Neuenkirch), Petra Maria Kälin (Studen SZ), Sarah Keller (Tägerwilen), Patricia Kocher (Uster), Helena Lendi (Benken), Sara Leugger (Scherzingen), Chantal Andrea Lustenberger (Ennetbürgen), Rosmarie Lüthi (Lützelflüh), Ilona Mangold (Weier i.E.), Nicole Marty (Rüti), Carmen Matter (Dallenwil), Marianne Metzger (Meilen), Claudia Mittero-Kubin (Balerna), Barbla Ursina Moreira (Ramosch), Lea Moser (Zürich), Saskia Tamara Müller (Menziken), Anicia Nyfeler (Oschwand), Lissa Jane Pereira (St. Gallen), Nicole Richter (Bremgarten), Nicole Ritter (Birmensdorf), Susanne Ryser (Forch), Judith Sax (Stans), Stefanie Scherberger (Dübendorf), Sonja Scheurer (Strengelbach), Claudia Schiess (Herisau), Carina Schranz (Adelboden), Karin Schuler (Rothenthurm), Fréderique Schumacher (Eichberg), Sabrina Schütz (Näfels), Jessica Silipo (Luzern), Jennifer Spengler (Speicher), Kathrin Strub (Tenniken), Heidi Stübi (Niederuzwil), Denise Tanner (Ins), Shepjtim Thaqi (Zürich), Wangmo Thogurtsang (Balzers FL), Patricia Truttmann (Sattel), Andrea Valentini (Zürich), Jasmin von Sury (Rheineck), Yvonne Wanner-Hodel (Wauwil), Deepika Priynthi S. Wechsler (Seneviratna – Kerns), Valerie Wenger (Toffen), Sabrina Würsch (Remetschwil), Nicole Zöhrer (Zäziwil).

Prüfungssekretariat
Helene Karrer-Davaz
Tödistrasse 3
8304 Wallisellen

Secrétariat d’examen
Regula Pfeifer
Av. Glayre 15
1004 Lausanne

Segretariato d’esame
Madeleine D’Aloia
Casella postale 1033
6850 Mendrisio

Präsidentin QSK
Helena Adams
Stutzstrasse 5
3114 Wichtrach/BE

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